Interview mit Gastropartner Stanglwirt

Zwischen Tiroler Tradition und Luxus

In Tirol bietet das traditionsreiche Luxusresort Stanglwirt seit Jahrhunderten ausreichend Platz und Wellness-Angebote für all jene, die in der malerischen Kulisse des Wilden Kaisers entspannen wollen. Daniel Campbell, Hoteldirektor des Stanglwirts, ist Teil der operativen Leitung und unter anderem für die Weiterentwicklung der Kulinarik zuständig. Im Gespräch mit BIO OIL gibt er Einblicke in das breite Angebot des Resorts und erklärt, welche Rolle Nachhaltigkeit im Unternehmen spielt.

Der Stanglwirt blickt auf eine jahrhundertelange Geschichte zurück. Wie hat sich der Betrieb vom einfachen Wirtshaus zum internationalen Luxusresort entwickelt?

Der Ursprung des Stanglwirts liegt im 16. Jahrhundert, als hier ursprünglich eine Schenke für Bergknappen entstanden ist. Über die Jahrhunderte hat sich daraus ein traditionsreiches Gasthaus entwickelt. Vor knapp 60 Jahren hat Balthasar Hauser den Betrieb übernommen und ihn Schritt für Schritt zu dem gemacht, was er heute ist: ein international bekanntes Bio- und Wellnessresort mit starker Verbindung zur Tiroler Tradition.

Das Angebot des Stanglwirts geht weit über klassische Hotellerie hinaus – von Sport und Wellness bis hin zu Events und Kulinarik. Wie wird diese Vielfalt von Ihren Gästen angenommen?

Unsere Stammgastquote von über 80 Prozent zeigt, dass unser vielfältiges Angebot sehr gut ankommt. Uns war wichtig, nicht zu spezialisiert zu sein, sondern für Familien, Paare, Singles und Senioren gleichermaßen etwas zu bieten. Trotz der Anzahl der Gäste wirkt das Resort nie überfüllt, weil es sehr weitläufig ist. Gleichzeitig bleiben wir unseren Wurzeln treu: authentisch, bodenständig und mit viel Fokus auf natürliche Materialien und Wohlbefinden.

Wofür steht die Gastronomie des Stanglwirts und was unterscheidet sie von anderen?

Unsere Gastronomie verbindet Tiroler Tradition mit internationalen Einflüssen. Neben klassischen Speisen wie Kaspressknödel oder Schweinebraten bieten wir auch mediterrane und asiatische Gerichte, immer mit Fokus auf regionale Produkte. Uns ist Vielfalt besonders wichtig, weil gutes Essen ein zentraler Bestandteil jedes Urlaubs ist und Gäste Abwechslung schätzen.

Der Stanglwirt setzt auf Produkte aus der eigenen Landwirtschaft. Welche Bedeutung haben Regionalität und Nachhaltigkeit konkret in Ihrer Küche und wie setzen Sie diese Prinzipien im Alltag um?

Regionalität und Nachhaltigkeit sind bei uns kein Marketing-Gag, sondern Teil unserer Herkunft und Philosophie. Durch unsere eigene Biolandwirtschaft können wir Butter und Käse aus Milch von eigenen Kühen direkt vor Ort produzieren – mit kürzesten Wegen und höchster Qualität. Wirtschaftlich wäre industrielle Ware sicher günstiger, aber unser Anspruch ist es, unseren Gästen das bestmögliche Produkt zu bieten.

Stichwort Küche: Ein Partner in Ihrer Küche ist BIO OIL. Welchen Mehrwert bringt diese Partnerschaft für Ihren Betrieb?

Die Partnerschaft mit BIO OIL besteht seit rund vier Jahren. Uns hat sofort überzeugt, dass aus einem Abfallprodukt wie gebrauchtem Speiseöl abfallbasierter Biodiesel gewinnen lässt. Das passt perfekt zu unserer Philosophie, Kreisläufe zu schließen und Ressourcen nachhaltig zu nutzen.

BIO OIL hat das GreenDine-Gütesiegel ins Leben gerufen, um Gastronomiebetriebe auszuzeichnen, die durch die fachgerechte Entsorgung von Altspeiseöl einen wichtigen Beitrag zur Ressourcenschonung im Sinne der Kreislaufwirtschaftleisten. Welche Rolle spielen solche Auszeichnungen für Ihr Nachhaltigkeitsverständnis?

Natürlich freut es uns sehr, dass wir mit dem GreenDine-Gütesiegel ausgezeichnet wurden. Die Auszeichnung selbst ist aber nicht der Grund, warum wir diesen Weg gehen. Nachhaltigkeit ist bei uns kein Trend, sondern wird im gesamten Betrieb gelebt – von der Energiegewinnung durch Holz aus der eigenen Forstwirtschaft bis hin zur Wiederverwertung der Reststoffe als natürlicher Dünger. Wir möchten unseren Gästen jeden Tag besondere Erlebnisse bieten und dabei so nachhaltig und ressourcenschonend wie möglich arbeiten.

Welche kulinarischen Vorlieben beobachten Sie bei internationalen Gästen? Greifen sie eher zu österreichischen Klassikern oder zu internationaler Küche?

Internationale Gäste greifen anfangs meist ganz bewusst zu österreichischen Klassikern wie Schnitzel oder Kasspatzen – das gehört für viele einfach zum Urlaubserlebnis dazu. Nach ein paar Tagen steigt dann oft die Nachfrage nach leichteren Gerichten oder Salaten. Gleichzeitig achten wir darauf, moderne Ernährungsgewohnheiten abzudecken, etwa mit einem großen veganen Angebot beim Frühstück. Unser Schnitzel bleibt aber ganz klar der Klassiker und Favorit vieler Gäste.

Woran messen Sie persönlich einen erfolgreichen Arbeitstag?

Ein Arbeitstag ist für mich dann erfolgreich, wenn unsere Gäste zufrieden sind und ich positives Feedback bekomme. Genauso wichtig ist mir aber auch das Miteinander im Team. Wenn unser Team zufrieden ist und gerne zusammenarbeitet, dann ist das für mich ebenso ein Zeichen für einen gelungenen Tag.

Welche strategischen Schwerpunkte setzen Sie für die Weiterentwicklung des Stanglwirts in den kommenden Jahren?

Wir bleiben nie stehen – denn wer aufhört, besser werden zu wollen, hört auch auf, gut zu sein. Deshalb entwickeln wir den Stanglwirt laufend weiter. Aktuell investieren wir in eine neue Tennisanlage mit vier Padel-Courts, da Padel aktuell eine absolute Trendsportart ist.

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